Ein Adventskalender sieht einfach aus: 24 Fächer, 24 Füllungen, Deckel zu. In der Serie zeigt sich, woran es hängt – an einem Türchenplan, der eindeutig ist, an einer Komponentenliste, die zur Stückzahl passt, an einer Reihenfolge, die Verwechslungen ausschließt, und an einer Waage, die fehlende Füllungen findet, bevor der Kalender im Karton liegt. Dieser Beitrag beschreibt den Prozess, nach dem wir Kalender befüllen, Schritt für Schritt und mit einem durchgerechneten Beispiel. Wann welcher Schritt im Jahr stattfinden muss, ist ein eigenes Thema; den Zeitplan ab Juni finden Sie im Saison-Ratgeber auf apool.de.
Welche Unterlagen braucht eine Firma, die Ihre Adventskalender befüllt?
Fünf Dinge reichen, damit wir ein Angebot rechnen und später ohne Rückfragen produzieren können:
- Türchenplan: welche Füllung in welches Türchen kommt, mit Ausrichtung, falls die Füllung eine Vorderseite hat.
- Komponentenliste: jede Füllung mit Bezeichnung, Artikelnummer, Einzelgewicht und Liefermenge.
- Referenzmuster: ein fertig befüllter Kalender oder, wenn es den noch nicht gibt, ein leerer Kalender mit allen Füllungen daneben.
- Verschluss und Ausstattung: Deckel, Klebepunkt oder Siegel, eventuell Schleife oder Karte.
- Kartoniervorgabe: Kalender je Umkarton, Kennzeichnung, Palettenschema und Lieferadressen.
Wir konfektionieren nur fertig verpackte, haltbare Produkte – keine Kühlware, keine Tiefkühlware und keine offenen Lebensmittel; Getränke und Spirituosen nur in verschlossenen Flaschen. Schokolade, Pralinen und Bonbons müssen daher einzeln verpackt angeliefert werden.
Wie sieht ein brauchbarer Türchenplan aus?
Ein Türchenplan ist eine Tabelle mit 24 Zeilen – oder, übersichtlicher, eine Tabelle je Füllung mit den zugehörigen Türchennummern. Das folgende Beispiel zeigt einen Schokoladenkalender mit sechs verschiedenen Füllungen:
| Füllung | Türchen | Anzahl je Kalender | Einzelgewicht | Gewicht je Kalender |
|---|---|---|---|---|
| Nougatpraline, einzeln verpackt | 1, 5, 9, 13, 17, 21 | 6 | 10 g | 60 g |
| Schokoladentaler | 2, 6, 10, 14, 18, 22 | 6 | 6 g | 36 g |
| Marzipankugel | 3, 7, 11, 15, 19 | 5 | 8 g | 40 g |
| Karamellbonbon | 4, 8, 12, 16, 20 | 5 | 4 g | 20 g |
| Mini-Tafel | 23 | 1 | 17 g | 17 g |
| Schokoladenfigur | 24 | 1 | 35 g | 35 g |
| Summe Füllungen | 24 | 208 g |
Drei Regeln machen einen Plan belastbar. Erstens: jede Türchennummer genau einmal, und die Summe der Spalte „Anzahl“ ergibt 24. Zweitens: Füllungen, die sich ähnlich sehen, werden im Plan klar unterschieden – etwa durch Artikelnummer und Foto, nicht nur durch „Taler hell“ und „Taler dunkel“. Drittens: Die Türchennummern im Plan entsprechen der Nummerierung auf dem Kalender, nicht der Position im Tray. Bei vielen Kalendern liegt Türchen 1 nicht links oben, und genau hier entstehen Verwechslungen, wenn der Plan nach Position statt nach Nummer geschrieben ist.
Wie wird aus dem Türchenplan eine Komponentenliste mit Reserve?
Aus dem Plan leiten wir den Bedarf je Füllung ab: Anzahl je Kalender × Stückzahl, dazu die Reserve. Bitte planen Sie je Komponente 3–5 % Reserve ein (Richtwert) – für das Erstmuster, für Bruch und für Teile mit Druck- oder Formfehlern. Für eine Serie von 10.000 Kalendern und 5 % Reserve sieht die Liste so aus:
| Füllung | Bedarf | Reserve 5 % | Liefermenge |
|---|---|---|---|
| Nougatpraline, einzeln verpackt | 60.000 | 3.000 | 63.000 |
| Schokoladentaler | 60.000 | 3.000 | 63.000 |
| Marzipankugel | 50.000 | 2.500 | 52.500 |
| Karamellbonbon | 50.000 | 2.500 | 52.500 |
| Mini-Tafel | 10.000 | 500 | 10.500 |
| Schokoladenfigur | 10.000 | 500 | 10.500 |
Die Liste geht an Ihre Lieferanten und an uns. Beim Wareneingang buchen wir jede Teillieferung je Füllung; fehlt eine Position, melden wir das noch am selben Tag. Warum sich gerade bei Kalendern eine Reserve auszahlt: Eine einzige fehlende Füllung blockiert den ganzen Kalender – anders als bei einem Set lässt sich ein Türchen nicht einfach leer lassen. Mehr zur Anlieferung steht im Ratgeber Komponenten anliefern.
In welcher Reihenfolge werden die Türchen befüllt?
Wir befüllen an einer Linie mit mehreren Stationen. Jede Station übernimmt eine Gruppe von Türchen, jede Mitarbeiterin hat nur wenige Füllungen vor sich. Die Reihenfolge legen wir beim Erstmuster fest und halten sie in der elektronischen Arbeitsanweisung mit Foto je Station fest. Dabei gelten einige Grundsätze:
- Tray entnehmen und prüfen: Der leere Kalender wird geöffnet, das Tray entnommen und auf beschädigte Fächer angesehen.
- Große und schwere Füllungen zuerst: Figur und Tafel liegen im Tray am stabilsten, wenn sie vor den kleinen Teilen eingesetzt werden.
- Ähnliche Füllungen an getrennten Stationen: Zwei Taler, die sich nur in der Farbe unterscheiden, landen nie am selben Platz.
- Eine Füllung je Griff: Jede Kiste an der Station enthält nur eine Sorte, beschriftet mit der Türchennummer.
- Tray einsetzen und verschließen: Der Kalender wird geschlossen und mit Klebepunkt oder Siegel gesichert.
- Wiegen, ansehen, kartonieren: Jeder Kalender kommt auf die Tischwaage und wird vor dem Kartonieren kontrolliert.
Für einfache Teilschritte gibt es eine Ergänzung bei sehr großen Mengen: Einfache Teilschritte wie Türchen befüllen, Beileger einlegen oder Schleifen vorbinden können bei großen Mengen zusätzlich in Heimarbeit laufen – abgezählt hinaus, abgezählt zurück; Endmontage und 100 % Ausgangskontrolle bleiben immer in unseren Hallen.
Wie funktioniert die Gewichtskontrolle je Kalender?
Das Sollgewicht ist die Summe aus dem leeren Kalender und allen Füllungen. Im Beispiel wiegt der leere Kalender mit Tray 145 g, die Füllungen 208 g – Sollgewicht also 353 g. Die Toleranz muss kleiner sein als die leichteste Füllung, hier der Karamellbonbon mit 4 g. Sonst würde ein Kalender mit fehlendem Bonbon die Waage passieren.
Jedes Set und jeder Kalender kommt auf die Tischwaage: Weicht das Gewicht um mehr als das Gewicht der leichtesten Komponente vom Referenzmuster ab, geht das Stück zurück an die Linie (Richtwert, verbindlich mit dem Erstmuster). Im Beispiel arbeiten wir mit ± 3 g. Weicht ein Kalender ab, geht er zurück an die Linie, wird geöffnet und Türchen für Türchen mit dem Plan verglichen.
Die Waage findet fehlende oder doppelte Füllungen, aber keine Verwechslung zweier gleich schwerer Teile. Deshalb gehört zur Gewichtskontrolle immer der Blick ins Tray: Alle 100 Stück legen wir einen Kalender geöffnet neben das Referenzmuster, und vor dem Kartonieren wird jeder Kalender angesehen. Das Ergebnis steht im Protokoll je Charge – mit Stückzahl, Komponentenverbrauch, Fehlmengen und Bruch.
Was kostet das Befüllen eines Adventskalenders 2026?
Die Arbeit je Kalender ergibt sich aus 24 Türchen zu je 8 Sekunden, dem Verschließen mit 6 Sekunden und 40 Sekunden für Wiegen, Kontrolle und Kartonieren. Unser Beispiel mit 10.000 Kalendern und Transport aus Pforzheim:
| Position | Wert |
|---|---|
| Sekunden je Kalender | 238 s |
| Arbeitsstunden | rund 661 |
| Arbeit | 10.908 € |
| Transport hin und zurück, 10 Paletten, 391 km | 1.634 € |
| je Kalender, nur Arbeit | 1,09 € |
| je Kalender mit Transport | 1,25 € |
Richtwerte 2026 – unverbindlich. Ihr konkretes Angebot erhalten Sie nach Anfrage und Muster. Die Spanne für das Befüllen liegt bei 75 ct – 1,60 € je Kalender; weniger Füllsorten und großzügige Fächer drücken den Wert nach unten, enge Fächer und viele ähnliche Füllungen nach oben. Weitere Beispiele stehen im Beitrag Was kostet ein Geschenkset?.
Woran scheitern Kalenderserien in der Praxis?
- Plan nach der Freigabe geändert: Jede Änderung braucht einen neuen Stand von Plan, Arbeitsanweisung und Sollgewicht.
- Füllungen größer als im Muster: Eine neue Charge Pralinen mit dickerer Verpackung passt nicht mehr ins Fach.
- Gleiches Gewicht, andere Sorte: Hier hilft nur der Sichtvergleich, darum planen wir ihn fest ein.
- Tray und Kalender getrennt geliefert: Kommt eines davon später, steht die Linie – beide sollten zusammen eintreffen.
Wie geht es weiter?
Schicken Sie uns Türchenplan, Fotos und Stückzahl; das Angebot kommt binnen 24 Stunden, das Erstmuster am Tag des Wareneingangs. Die Leistung beschreibt die Seite Adventskalender befüllen, das Format die Seite Adventskalender. Wie ein Referenzmuster aufgebaut wird, erklärt der Beitrag Referenzmuster und Stückliste, den Begriff das Lexikon.